Das Agrarmeteorologische Institut der Europäischen Kommission (MARS) hat jüngst seine Ernteprognose für das Jahr 2025 veröffentlicht. Trotz regionaler Herausforderungen, insbesondere durch Wassermangel, erwartet MARS eine Steigerung der Getreideerträge um etwa 7 % gegenüber dem Vorjahr. Während 2024 durchschnittlich 5,15 Tonnen pro Hektar geerntet wurden, könnte der Ertrag im Jahr 2025 auf 5,5 Tonnen pro Hektar ansteigen.
Der Wassermangel stellt momentan das größte Problem auf EU-Ebene dar, wobei Frost und Wasserüberschuss nur lokale Auswirkungen hatten. Die aktuellen Wetterbedingungen waren überwiegend günstig für die Bodenbearbeitung und die Aussaat von Sommergetreide sowie für andere Feldarbeiten. Diese Ernteprognosen beruhen hauptsächlich auf historischen Trends und sind somit höher als die schwachen Ergebnisse des Vorjahres und liegen über dem Fünfjahresdurchschnitt.
In Südosteuropa, insbesondere in Rumänien und Bulgarien, herrscht eine ausgeprägte Trockenheit. Besonders betroffen sind der Südwesten Rumäniens und der Nordwesten Bulgariens. Auch in Ungarn hat ein signifikantes Niederschlagsdefizit die Entwicklung der Winterkulturen negativ beeinflusst. In den südlichen Regionen Rumäniens haben kalte Temperaturen das Pflanzenwachstum gestoppt. Im Gegensatz dazu war der Zeitraum vom 1. Februar bis 15. März in Norddeutschland der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen, was den Wasserbedarf von Raps und Wintergetreide erhöht. In Ostdeutschland und Westpolen führte starker Frost zu potenziellen Schäden an den Kulturen.
In Süd- und Westeuropa verursachten übermäßige Niederschläge in einigen Regionen Probleme. Insbesondere in Südportugal und Spanien könnten die anhaltenden Regenfälle seit Januar die Feldarbeiten behindern. Trotz dieser regionalen Schwierigkeiten befinden sich die Winterkulturen in den meisten Teilen der EU in gutem Zustand, mit weniger und tendenziell kleineren Gebieten, die derzeit von ungünstigen Wetterbedingungen betroffen sind.
Es gibt jedoch nach wie vor einige kritische Regionen, in denen die Ernten bereits irreversibel geschädigt wurden. Diese betreffen Teile Rumäniens und Bulgariens sowie schwerwiegender die Ostukraine, Marokko und Westalgerien. Die zukünftigen Wetterbedingungen werden entscheidend sein für die Regionen, in denen die Ernten noch gerettet werden könnten.