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Artenschutz und Landwirtschaft: Erfolgsprojekt F.R.A.N.Z. zieht Bilanz

Das Verbundprojekt F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & mit Zukunft) zeigt nach sieben Jahren, dass erfolgreich in die integriert werden kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und auf unerwartete Ereignisse flexibel reagiert werden kann. Zehn landwirtschaftliche Demonstrationsbetriebe testen seit Beginn des Projekts Maßnahmen, die sowohl dem Naturschutz dienen als auch wirtschaftlich tragfähig sind.

Artenschutz als Selbstverständlichkeit

Für viele Landwirte ist Artenschutz ein selbstverständlicher Teil ihrer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Die Herausforderung besteht darin, Artenschutzmaßnahmen in die Bewirtschaftung zu integrieren, ohne dass die Betriebe wirtschaftlich benachteiligt werden. Die Ökoregelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik () der EU stoßen in der Praxis oft auf Kritik, da sie als zu unflexibel und umständlich empfunden werden.

Erfolgsmodell F.R.A.N.Z.

Das Projekt F.R.A.N.Z. verfolgt einen anderen Ansatz. Auf der „Woche der Umwelt“ unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue wurde eine Zwischenbilanz gezogen. Jürgen Maurer, Betriebsleiter eines Demonstrationsbetriebs in Hohenlohe, berichtet von seinen Erfahrungen. Er hat festgestellt, dass mehrjährige Blühwiesen besonders erfolgreich sind, da sie im Gegensatz zu einjährigen Beständen beständige Lebensräume für Insekten bieten.

Artenschutz als Fruchtfolgeglied

Für Maurer ist der Artenschutz inzwischen ein „weiteres Fruchtfolgeglied“. Es muss sich jedoch auch finanziell lohnen, denn die Landwirte haben Verantwortung für ihre Familien und Betriebe. Maurer nennt als Beispiel das „Extensivgetreide“, bei dem deutlich weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Der Ertrag sinkt dabei jedoch je nach Bodengüte zwischen 30 und 70 %. Deshalb muss neben dem ökologischen Nutzen auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit gewährleistet sein. Flexibilität bei Maßnahmen wie Umbruch und Neuansaat sind ebenfalls notwendig und im Rahmen des Projekts möglich.

Herausforderungen und Skepsis

Ein umstrittenes Element des Projekts sind die Insektenwälle. Maurer ist skeptisch, da Verpächter möglicherweise nicht mit solchen Maßnahmen einverstanden sind. Das Risiko, Pachtflächen zu verlieren, müsse bedacht werden. Eine enge Beratung bei Artenschutzmaßnahmen sei daher entscheidend.

Wichtigkeit der Planung und Flexibilität

Lisa Monika Hausmann, die auf Maurers Hof die Beratung übernimmt, betont die Wichtigkeit einer vorausschauenden Planung. Diese beginne meist schon im Juli für das Folgejahr. Flexibilität sei jedoch unerlässlich, da Wetter und Logistik oft Pläne durchkreuzen. Im Rahmen von F.R.A.N.Z. ist es möglich, flexibel auf unerwartete Situationen zu reagieren, wie beispielsweise durch das Einsetzen von Ziegen auf übergrünten Flächen.

Wissenschaftliche Begleitung und Empfehlungen

Naema-Elisa Schlagowski von der Universität Göttingen hebt die Vorteile mehrjähriger Blühstreifen hervor. Sie bieten nicht nur zusätzliches Nahrungsangebot, sondern auch Rückzugsräume für Insekten im Winter. Wildbienen, die oft nur kurze Strecken fliegen, profitieren besonders von langfristig bestehenden Blühinseln. Schlagowski plädiert daher für eine Anpassung der Ökoregelungen, die in der neuen GAP-Periode flexibler und ambitionierter werden sollten. Maurer ergänzt, dass die Landwirte fördern wollen, aber nicht nach starren Vorgaben, sondern nach den Wachstumsperioden und Witterungsbedingungen. Er fordert weniger Planwirtschaft in der Agrarpolitik und mehr Pragmatismus.

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