Anzeige
 

EU-Kommission überarbeitet EU-Nitratrichtlinie: Höhere Nährstoffgrenzen

Die Europäische Kommission bereitet eine Novelle der EU-Nitratrichtlinie vor, die den Einsatz von aufbereiteten organischen Düngern erleichtern soll. Ziel ist es, Mineraldünger durch aufbereitete zu ersetzen und damit die Kosten für Landwirte zu senken sowie die Abhängigkeit von internationalen Düngemittellieferungen zu verringern.

Geplante Änderungen der Richtlinie

Laut einem vorläufigen Änderungsentwurf der soll der Umgang mit aufbereiteten organischen Düngern weniger restriktiv geregelt werden. Konkret geht es darum, dass , der aus separierter oder Gärresten gewonnen wird, unter bestimmten Voraussetzungen über die bisherige Grenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar hinaus zugelassen werden soll. Diese Maßnahme zielt darauf ab, mehr Stickstoff aus Mineraldünger zu ersetzen.

Konsultation und Beteiligung

Der Entwurf der überarbeiteten Richtlinie muss im nächsten Schritt von den Kommissaren angenommen werden. Die EU-Kommission hat dazu eine öffentliche Konsultation gestartet, die noch bis zum 17. Mai läuft. Landwirte und andere Interessierte können den Rechtsakt unter diesem Link kommentieren. Für die Teilnahme an der Konsultation ist eine Registrierung oder die Anmeldung über ein Social-Media-Konto erforderlich.

Stellungnahme des Bayerischen Bauernverbandes

Der Bayerische (BBV) begrüßt die geplante Überarbeitung der Nitratrichtlinie als überfällig. Das Ziel, saubere Grund- und Oberflächengewässer zu schützen, müsse weiterhin im Fokus bleiben. Gleichzeitig fordert der BBV jedoch regional deutlich flexiblere und praktikablere Regelungen. Der Verband betont die Wichtigkeit des Grundsatzes „Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht“, der in vielen Gewässerschutzkooperationen erfolgreich angewendet wird.

Vorschläge zur Nutzung organischen Stickstoffs über die bisherige Grenze hinaus seien im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu begrüßen. Die Wirksamkeit solcher Regelungen hänge jedoch stark von der Ausgestaltung der damit verbundenen Auflagen ab.


Die geplante Überarbeitung der EU-Nitratrichtlinie könnte eine bedeutende Erleichterung für Landwirte darstellen, indem sie den Einsatz von aufbereiteten organischen Düngern fördert. Dadurch könnten nicht nur die Kosten für Landwirte gesenkt, sondern auch die Abhängigkeit von internationalen Düngemittellieferungen reduziert werden. Die öffentliche Konsultation bietet die Möglichkeit, die Perspektiven und Bedenken der Betroffenen in den Entscheidungsprozess einzubringen und somit eine ausgewogene und effektive Richtlinie zu entwickeln.

Weitere Nachrichten aus der Politik

EU-Kommission: Deutschland verzögert Solaranlagen-Zuschlag

Landwirte, die darauf hoffen, in Solaranlagen zu investieren, sehen sich mit erheblichen Wartezeiten konfrontiert. Verantwortlich für die Verzögerung der lang erwarteten Subventionen...

US-Handelsreport: Trumps Zoll-Schlag gegen EU-Landwirtschaftspolitik

Der aktuelle US-Handelsbericht liefert Hinweise darauf, weshalb die Regierung unter US-Präsident Donald Trump zusätzliche Einfuhrabgaben eingeführt hat. Aus dieser Perspektive lässt sich...

Agrarminister lehnen Weideprämie für Milchkühe ab

Bei der Agrarministerkonferenz in Baden-Baden Ende März stand die Einführung einer bundesweiten Weideprämie für Milchkühe auf der Agenda des Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir....

Länderagrarminister stoppen Bundesgesetz und neue Ökoregelungen

Im Rahmen der Frühjahrskonferenz der Länderagrarminister in Baden-Baden wurde entschieden, bis mindestens 2028 keine neuen Ökoregelungen zu implementieren. Trotz der Forderungen einiger...

Spekulationen um die Nachfolge des Bundeslandwirtschaftsministers

Die Position des Bundeslandwirtschaftsministers ist erneut vakant, nachdem Günther Felßner seine Kandidatur zurückgezogen hat. Mehrere Namen werden derzeit in den politischen Kreisen...