Ein innovatives Upgrade-Kit, entwickelt von Forschern am Fraunhofer-Institut, ermöglicht die Umwandlung herkömmlicher Traktoren in ferngesteuerte Fahrzeuge. Das Team hat dieses System erfolgreich an einem Claas Arion demonstriert. Ziel ist es, bestehende Landmaschinen einfach und effizient nachzurüsten, statt komplett neue autonome Modelle zu entwickeln.
Das EnvP-Kit, entworfen vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Thüringen, ist als Plug-and-Play-Lösung konzipiert, die eine einfache Integration in vorhandene Fahrzeuge erlaubt. Die Einheit, die auf dem Dach des Traktors installiert wird, vereint Stromversorgung, Navigation, Kommunikation und Sensorik in einer zentralen Steuerzentrale. Diese kann direkt auf den CAN-Bus des Traktors zugreifen und Funktionen wie Bremsen oder Lenken steuern.
Das Besondere an der Entwicklung ist, dass die Steuerzentrale mit dem Framework Robot Operating System (ROS) arbeitet, einem internationalen und standardisierten Software-Gerüst. Dies erleichtert es anderen Herstellern, ihre Systeme mit der Technologie des Fraunhofer-Instituts zu kombinieren.
Die Forscher haben ihre Technik in den Claas Arion eingebaut, der nun aus bis zu 200 km Entfernung steuerbar ist. Die Steuereinheit ist dabei nicht nur auf Traktoren beschränkt, sondern kann auch in anderen mobilen Arbeitsmaschinen verwendet werden. Sie eignet sich für zivile sowie sicherheitsrelevante Anwendungen, obwohl konkrete Einsatzszenarien und Gründe für die Fernsteuerung aus großer Entfernung noch nicht näher spezifiziert wurden.
Diese Entwicklung stellt eine kosteneffiziente Alternative zur Anschaffung speziell entwickelter autonomer Fahrzeuge dar und könnte eine breite Palette von Anwendungen in der Landwirtschaft revolutionieren.