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Probleme beim Abtransport verendeter Tiere durch Blauzungenkrankheit

In Deutschland und Belgien hat sich das Blauzungenvirus in den letzten Monaten rasant ausgebreitet, was zu einer erheblichen Zunahme verendeter Nutztiere geführt hat. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen (NRW) verzeichnet man die meisten Fälle dieser gefährlichen Tierseuche, die vor allem Rinder, und Ziegen betrifft.

Das (FLI) meldete bis zum 29. August bundesweit etwa 6.000 Fälle der . Seit etwa zwei Monaten beobachtet man eine explosionsartige Ausbreitung des Virus, welches durch Stechmücken übertragen wird. In Belgien ist die Situation ähnlich ernst. Laut einem Bericht des Belgischen Rundfunks (BRF) sind in den letzten Wochen ungefähr 11.000 von 130.000 bis 140.000 Schafen an dem Virus gestorben. Zusätzlich sind etwa 6.000 Rinder betroffen.

Die massive Zunahme der Tierverluste hat zu erheblichen Engpässen bei der Tierkörperbeseitigung geführt. Unternehmen wie Rendac, die für die Entsorgung der Tierkadaver zuständig sind, stoßen aufgrund des hohen Aufkommens an toten Tieren an ihre Kapazitätsgrenzen. In Belgien müssen wöchentlich fast 5.000 tote Schafe und eine ähnliche Anzahl an abgeholt werden, was die üblichen Zahlen deutlich übersteigt.

Auch in Deutschland berichten lokale Tierkörperbeseitigungsanstalten von Problemen, mit dem plötzlichen Anstieg der zu entsorgenden Tierkadaver umzugehen. Teilweise müssen die toten Tiere stundenlang auf den Abtransport warten, da sie trotz vorheriger Anmeldung nicht rechtzeitig abgeholt werden können.

Diese Krise sorgt nicht nur für eine erhöhte Arbeitsbelastung bei den Entsorgungsunternehmen, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen Sektor. In Niedersachsen beschreibt die Landwirtschaftskammer die Situation als kritisch, insbesondere im Rinder- und Schafsektor. Die Häufung der Tierkadaver aufgrund der Blauzungenkrankheit setzt die Preise für Kühe und Färsen unter Druck und führt bei Schafhaltern teilweise zu katastrophalen Zuständen.

Die rapide Ausbreitung des Blauzungenvirus stellt somit eine ernste Herausforderung für die betroffenen Regionen dar und erfordert schnelles Handeln sowohl von staatlichen Behörden als auch von privaten Entsorgungsdiensten, um die öffentliche Gesundheit und die der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe zu schützen.

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