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EU genehmigt Fusion von Bunge und Viterra unter Auflagen

Die Europäische Kommission hat am 1. August 2024 die Fusion zwischen den Agrarhandelsriesen Bunge aus den USA und Viterra aus den genehmigt. Diese Entscheidung wurde von der Generaldirektion Wettbewerb bekanntgegeben, ist jedoch an strenge Bedingungen geknüpft, um den Wettbewerb im Agrarhandel zu wahren.

Seit Juni 2023 planen Bunge und Viterra die Fusion, die nun durch die Zustimmung der EU einen entscheidenden Schritt vorangekommen ist. Die Generaldirektion Wettbewerb hebt hervor, dass ohne entsprechende Auflagen die Fusion den Wettbewerb in den Märkten für Ölsaaten und deren Produkte wie Ölkuchen, Rohöle und raffinierte Öle, die sowohl in der Lebensmittelproduktion als auch für Biodiesel verwendet werden, erheblich einschränken würde.

Um die Wettbewerbsbedenken der EU zu adressieren, haben Bunge und Viterra zugesichert, das komplette Ölsaaten-Geschäft von Viterra in Ungarn und zu veräußern sowie einige logistische Assets. Diese Maßnahmen sollen horizontale Überschneidungen und vertikale Verknüpfungen zwischen den Geschäftsbereichen der beiden Firmen in den betroffenen Regionen eliminieren. Ein von der Europäischen Kommission überwachter unabhängiger Treuhänder wird die Einhaltung dieser Verkaufsvereinbarungen sicherstellen.

Margrethe Vestager, Exekutiv-Vizepräsidentin der und zuständig für Wettbewerbspolitik, erläutert die Entscheidung: „Es ist essentiell, dass Konzentrationen im Markt vermieden werden, um die Interessen von Landwirten und Konsumenten zu schützen. Unsere Sorgen betrafen insbesondere die möglichen negativen Effekte auf die Lieferketten für Raps und Sonnenblumenkerne in Mitteleuropa. Mit dem Verkauf des Ölsaaten-Geschäfts in Ungarn und Polen bleibt der Wettbewerb auf diesen Märkten gewahrt.“

In stehen sowohl das Canadian Competition Bureau als auch der Verband landwirtschaftlicher Erzeuger von Saskatchewan (APAS) der Fusion skeptisch gegenüber, da befürchtet wird, dass die Märkte für den Ankauf von Getreide und Raps beeinträchtigt werden könnten. Eine endgültige Entscheidung der kanadischen Regierung steht noch aus. Sowohl Bunge als auch Viterra weisen die Bedenken zurück.

Bunge Global SA ist vorrangig in der Verarbeitung und dem Handel von Ölkuchen und Ölen tätig und handelt zudem mit Getreide und anderen landwirtschaftlichen Produkten. Viterra Limited, eine Tochtergesellschaft des Rohstoffhändlers Glencore, ist im Handel mit Getreide, Ölsaaten und weiteren Agrarprodukten aktiv.

Die Fusion von Bunge und Viterra schafft einen der größten weltweit und zielt darauf ab, effektiver mit den Branchenführern Archer-Daniels-Midland (ADM) und Cargill zu konkurrieren.

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