Martin Wesselmann, Geschäftsführer der Raiffeisen Viehzentrale GmbH (RVZ), hat zugesichert, dass die Umstände, die zum Ausschluss des größten deutschen Viehvermarkters aus dem Qualitätssicherungs- (QS) System führten, umfassend geklärt werden. Grund für den Ausschluss waren Unregelmäßigkeiten in den Lieferpapieren, die vom QS-Sanktionsbeirat festgestellt wurden. In einem Gespräch mit dem Fachmagazin agrarheute erläuterte Wesselmann die aktuellen Ermittlungen und deren Einfluss auf das Unternehmen und die gesamte Veredlungsbranche.
Die RVZ hat daraufhin die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt, die aktuell die internen Daten und Abläufe des Unternehmens analysiert. Diese Maßnahme dient der umfassenden Aufklärung und Optimierung der internen Prozesse. Die QS Qualitätsicherheit GmbH hat inzwischen ihre Absicht bekundet, die RVZ sowie die ihr angeschlossenen Betriebe dauerhaft aus dem QS-System auszuschließen. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Bündelung und Transport, jedoch nicht den Handel der RVZ.
Die internen Prüfungen der RVZ ergaben, dass 1.100 Schlachtrinder irrtümlich als Tiere der Haltungsform 3 klassifiziert wurden. Die externe Überprüfung durch KPMG wird voraussichtlich bis Mitte April abgeschlossen sein. Trotz der ernsten Natur des Vorfalls erwartet die RVZ keine langfristigen negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft und ist zuversichtlich, dass der Ausschluss letztendlich aufgehoben wird.
Aus diesem Vorfall zieht das Unternehmen wichtige Lehren und unternimmt Schritte, um ähnliche Fehler zukünftig zu vermeiden. Die RVZ bedauert eventuelle negative Konsequenzen für die Branche und betont gleichzeitig die Bedeutung der QS-Zertifizierung als zuverlässiges Kontrollinstrument. Der Fall solle nicht dazu führen, dass die gesamte Branche in Misskredit gezogen wird.